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Improvisation

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In der Barockzeit war es noch üblich, daß kein hochkarätiges Organisten- und Cembalistenamt an Künstler vergeben wurde, die nicht exzellent die Kunst des Improvisierens erlernt hatten und diese auch in den Gottesdiensten und bei ihren Instrumentaldarbietungen auszuüben pflegten. Das können sein eigene eingängige Choralvorspiele aus dem Stehgreif über Lieder aus dem Kirchengesangbuch oder Volkslieder bis hin zu einer komplizierten kunstvollen polyphonen Orgelimprovisation vorgegebener Dauer über eine gewünschte Melodie oder ein gegebenes Thema zu einem gegebenen Anlaß. Das berühmteste Beispiel dafür, wie anspruchsvoll und inspirierend ein Improvisationsauftrag für einen Künstler sein kann, ist wohl die Komposition „Musikalisches Opfer“ BWV 1079 über ein 1747 in Potsdam dem 62-jährigen Johann Sebastian Bach vom preussischen König Friedrich II auf dessen Flöte vorgespieltes Thema. Weil Bach nach der gelobten Aufführung aber seine Gedanken weiter verfeinern und aufschreiben wollte und diese erst später dem König zugeschickt hat, ist uns diese „Probe“ heute noch bekannt. In den letzten Jahren wurde das Fachgebiet an den Musikhochschulen wieder aufgewertet. Seit 2011 habe ich Orgel-Unterricht beim Universitätsorganisten Daniel Beilschmidt, der an der Leipziger Hochschule für Musik einen Lehrauftrag für Improvisation inne hat. Einige meiner Improvisationen, die hernach als Komposition aufgeschrieben wurden, sind aufgezählt unter Eigene Werke und auch abhörbar unter Medien/Hörbeispiele.
Je nach Schwierigkeitsgrad des Themas und Länge sowie der Stufe der gewünschten Kunstfertigkeit der Ausführung (z.B. bei Fugen) bedarf es für einen Improvisations-/Kompositionsauftrag einer Vorabsprache und gegebenenfalls auch einiger Zeit der Vorbereitung.

Hesse_Orgel

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